Eine Möglichkeit Euch in das jugend.feuerwehr[weblog] oder auch das feuerwehr[weblog] einzubringen ist es selbst Artikel zu schreiben und uns diese dann zukommen zu lassen.
Genau das hat der feuerwehr[weblog]-Leser Christian getan. Er hatte ein Erlebnis von dem er gerne berichten würde und bat uns seinen Artikel hier zu veröffentlichen. So einer Bitte kommen wir natürlich gerne nach.
Nächstenliebe?!?
„Ding-dong, Ding-dong“, Ja, es war mal wieder soweit. Heute war Sonntag, und auf dem Ministrantenplan unserer Gemeinde stand mein Name.
Ich, das ist Christian und ich bin neben meiner Tätigkeit als Ministrant in unserer Gemeinde, auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in unserer Stadt. Da ich erst seit dem Sommer 18 Jahre alt bin, und vorher „nur“ Mitglied der Jugendfeuerwehr war, habe ich erst seit kurzem meine Uniform und den Piepser. Dementsprechend motiviert bin ich auch noch.
Da ich heute, wie schon gesagt, als Ministrant in der heiligen Messe aufgestellt war, machte ich mich zeitig mit dem Auto auf zur Kirche. Dort zog ich mich dann um und ließ auch ganz bewusste meinen Piepser eingeschaltet.
Schließlich, so mein Gedankengang, ist Feuerwehr gelebte Nächstenliebe und die wird in der Kirche doch immer gepredigt, oder?!?
Bis zur Hälfte der Messe blieb auch alles ganz ruhig und nach Plan, doch als der Priester gerade die Predigt beendet hatte, geschah es: Mein Piepser gab seinen lauten Alarmierungston von sich und verkündete lautstark „ACHTUNG, EINSATZ LÖSCHZUG!“.
Innerhalb von Sekunden wechselte ich meine Aufgabe und wurde zum Feuerwehrmann! Also auf zum Auto, los zum Gerätehaus, die Uniform übergestreift und aufs Auto. Gemeldet war ein Wohnungsbrand, der sich aber letzten Endes nur als verkokelte Heizdecke herausstellte, die Bewohnerin, die unter der Decke lag, konnte sich noch im letzten Moment retten.
Als ich dann nach dem Einsatz zur Kirche zurückkehrte, empfingen mich so blöde Sprüche, wie „Na, schon am frühen Morgen gesoffen“ oder „Das Bier schon leer, oder warum biste so schnell wieder hier?!“
Für mich waren diese Reaktionen unverständlich, hatten doch alle die Alarmierung mitbekommen! Als würde das nicht reichen, bekam ich von unserem Pfarrer noch einen Rüffel! Ich solle doch demnächst Prioritäten setzten, es wäre doch eine heilige Messe gewesen, die doch Vorrang vor allem hätte!
Danach war ich ziemlich perplex.
Danke für den Input, Christian!
Wie sieht’s bei Euch aus? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Gab es bei euch auch schonmal solche “Freizeitkonflikte”? Berichtet uns davon!


Hallo,
dieser Fall ist zugegeben schon etwas extrem.
Jedoch verlange auch ich recht oft von den Jugendlichen, Prioritäten zu setzen.
Das ganze ist dann jedoch auf die Feuerwehr bezogen.
Als Beispiel:
Mir ist es unbegreiflich, wie Jugendliche von 14 Jahren schon dermaßen “ausgebucht” sein können, dass sie die Zeit für einen Wissenstest, der einmal im Jahr Samstags stattfindet, nicht finden und daher zugunsten eines “Fußballspiels” dem Feuerwehrdienst fernbleiben.
Ich habe nichts dagegen, dass es auch Hobbys neben der Feuerwehr geben muss, jedoch sollten solch einmalige Dinge, welche wirklich nicht regelmäßig stattfinden und durchaus eine Wissensbereicherung sind, nicht zugunsten von regelmäßigen anderen Aktivitäten verpasst werden.
Hier sind durchaus Prioritäten gefragt!
Zum beschriebenen Fall:
1. Man merkt doch immer wieder, dass das Klischee der Bier trinkenden Feuerwehr weit verbreitet ist.
2. Was würde der Pfarrer sagen, wenn während der heiligen Messe ein Mesch stirbt, weil er nicht rechtzeitig Hilfe bekommen hat?
Hier wüsste ich, wo in diesem Fall die Priorität liegt.
Gruß
Siggi
Geschrieben von Siegfried Faust am 31. Oktober 2006 um 12:22
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