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Mittlerweile gibt es in der Deutschen Jugendfeuerwehr eine Vielzahl von Wettbewerben und Ausbildungsnachweisen. Neben dem Leistungsabzeichen, dem Bundeswettbewerb und internationalen Wettkämpfen gibt es seit 2001 auch die Jugendflamme.

Jugendflamme

Entstehung

Entstanden ist die dreistufige Jugendflamme von 1995 bis 1998 in Baden-Württemberg. Hier kann sie seit 1998 offiziell durchgeführt werden. Im Jahr 1999 ergeht an den Fachaussschuss Wettbewerbe der DJF ein Arbeitsauftrag zur Überarbeitung und Einführung der aus BaWü bekannten Jugendflamme. Nach 2-jähriger Arbeitszeit wird schließlich 2001 die Jugendflamme bundesweit eingeführt.

Ziel und Aufbau

Es gibt drei Stufen der Jugendflamme, die dem Alter und dem Ausbildungsstand der Teilnehmer entsprechen sollen. Die Jugenflamme steht nicht in Konkurrenz zum Leistungsabzeichen, wird für die Stufe 3 doch sogar ein Leistungsabzeichen als Teilnahmevorraussetzung gefordert. Die Vorteile der Jugenflamme liegen vor allem darin, dass es, bedingt durch die mögliche Einzelabnahmen, auch für sehr kleine Jugendfeuerwehren möglich ist die Jugendflamme durchzuführen. Der Inhalt basiert auf den verschiedensten Bereichen. So sind neben feuerwehrtechnischen Kriterien auch Inhalte der allgemeinen Jugendarbeit enthalten.

Stufe I Stufe II Stufe III
Zielgruppe ab 10 Jahre ab 13 Jahre nach bestandender LSP
Bedingungen keine Stufe I Stufe II, LSP
Mannschaftsstärke einzeln beliebig, einzeln möglich beliebig, einzeln möglich
Abnahmeberechtigt Jugendwart Kreis-Jugendwart, FBL Wettbewerbe Kreis-Jugendwart, FBL, Abnahmeberechtigte
Abzeichen gelb-grau-grau gelb-grau-orange gelb-rot-orange
Jugendflamme Stufe I Jugendflamme Stufe II Jugendflamme Stufe III

Stufe I
Die Abnahme erfolgt auf Ortsebene durch den zuständigen Jugendwart. So ist es möglich auch relativ neuen Mitgliedern schon nach kurzer Ausbildungszeit einen Motivationsschub durch die Abnahme einer Jugendflamme in der Stufe I zu geben.

Die Vorraussetzungen zum Erreichen gliedern sich in zwei Bereiche. Einen feuerwehrtechnsichen Teil und einen Wahlbereich aus dem allgemeinen Bereich der Jugendarbeit.

feuerwehrtechnischer Teil:

  • Zusammensetzung des Notrufes (Wer? Was? Wie viele? Warten!)
    Die Teilnehmer sollen in der Lage sein einen Notruf abzusetzen. Am Besten ist es, sie das an einem praktischen Beispiel demonstrieren zu lassen.
  • Anfertigung von 3 Konten oder Stichen
    Die Teilnehmer sollen drei Knoten oder Stiche (bspw. Ankerstich, Mastwurf, Zimmermannsstich) anfertigen und ihre Verwendung erklären können.
  • Umgang mit Schläuchen
    Die Teilnehmer müssen demonstrieren, dass sie sicher mit Schläuchen umgehen können. Man kann sie zum Beispiel einen Schlauch ausrollen und an beiden Seiten an eine Kupplung kuppeln lassen.
  • Handhabung des Verteilers
    Die Teilnehmer müssen den Sinn und Zweck des Verteilers kennen und seine Bedienung an einem praktischen Beispiel erläutern können. Es ist zum Beispiel elementar wichtig, dass der Teilnehmer in der Lage ist die Anschlussreihenfolge am Verteiler korrekt zu benennen.
  • Handhabung des Strahlrohres
    Die Teilnehmer sollen die Strahbilder, die Benutzung des Strahlrohres und die Wirkung des Mundstückes erklären können.
  • Aufsuchen eines Unterflurhydranten
    Die Teilnehmer müssen anhand eines Hinweisschildes die Lage eines Unterflurhydranten erklären können.
  • Sanitätsgerät aus dem Fahrzeug holen und bereitstellen
    Die Teilnehmer sollen in der Lage sein das auf dem Fahrzeug/den Fahrzeugen vorhandene Sanitätsgerät zu erklären und einfache Maßnahmen der Ersten Hilfe durchzuführen.
  • allgemeiner Teil; Aufgabenauswahl aus:

  • sportlichem
    Bspw. Nachweis eines Lauf- oder Schwimmabzeichens
  • kulturellem
  • musikalischen
    Bspw. Demonstration eines Musikstückes
  • kreativem
    Bspw. Malen eines Bildes
  • sozialem
    Bspw. Engagement in anderen Jugendgruppen
  • und ökologischen
  • Bereich. Die Teilnehmer müssen nur in einem Bereich ihrer Wahl einen Nachweis bringen.

    Die Fortsetzungen (Teil II und III) folgen in den nächsten Tagen. Habt ihr auch schon solch eine Abnahme in eurer Jugendfeuerwehr durchgeführt bzw. habt ihr selbst bereits eine Jugendlamme in einer der drei Stufen?

    Weitere Information findet ihr bei der Deutschen Jugendfeuerwehr

    (Bilder: www.feuerwehr-schwallungen.de
    www.jugendfeuerwehr.de
    )

    4 Antworten to “Wettbewerbe: Jugendflamme – Stufe I”

    Zu der Jugendflamme fallen mir immer wieder die gleichen Fragen ein:

    1. Wie kann es sein, dass wir als Feuerwehrleute im Team trainieren, im Team in den Einsatz gehen, in der Ausbildung die Teamarbeit predigen, in der Öffentlichkeit den Zusammenhalt demonstrieren, mindestens im Trupp mit zwei Leuten vor gehen, die Staffel oder in manchen Ländern sogar die Gruppe die kleinste taktische Einheit ist und seit dem neuen Jahrtausend können oder sollen die Jugendlichen die Prüfung alleine bestehen?

    2. Wie kann die Leistungsspange die höchste Auszeichnung der deutschen Jugendfeuerwehr sein, wenn die nur eine Teilbedingung für die Jugendflamme 3 ist?

    3. Welcher ehrenamtliche Kreisjugendfeuerwehrwart oder FBL hat so viel Zeit, dass er bei den einzelnen Jugendfeuerwehren die Jugendflamme 2 und / oder 3 abnehmen kann??

    4. Brauchen wir in der Feuerwehr eine zusätzliche vergleichende Leistungsprüfung, während in allen anderen pädagogischen Bereichen versucht wird gerade dies abzubauen?

    5. Sollten wir nicht die Leistungsspange stärken in dem wir abhängig vom Erwerb der LSP den Jugendlichen Türen auf dem Weg zur Qualifikation zum aktiven Dienst öffnen?

    Meiner Ansicht nach muss das Konzept der Jugendflamme überdacht, wenn nicht eingestampft werden!

    Geza

    Zitat

    Sehr gute Fragen, einige davon habe ich mir auch schon gestellt und auf manche für mich eine Antwort gefunden. Ich versuche mal das Ganze aus meiner Sicht zu erklären:

    1. Wie kann es sein, dass wir als Feuerwehrleute im Team trainieren, im Team in den Einsatz gehen, in der Ausbildung die Teamarbeit predigen, in der Öffentlichkeit den Zusammenhalt demonstrieren, mindestens im Trupp mit zwei Leuten vor gehen, die Staffel oder in manchen Ländern sogar die Gruppe die kleinste taktische Einheit ist und seit dem neuen Jahrtausend können oder sollen die Jugendlichen die Prüfung alleine bestehen?

    Das ist zwar richtig. Aber jeder Feuerwehrmann und auch jeder Jugendfeuerwehrmann braucht gewisse Grundfertigkeiten, die vorhanden sein müssen. Um jetzt festzustellen, ob die bei jedem vorhanden sind, muss ich in meinen Augen auch diese Grundfertigkeiten einzeln abprüfen. Was bringt es mir, wenn ich zwei Leute in einer Prüfung im Trupp hab, von denen einer die Knoten kann. Dann geht es in den Einsatz, die Trupps sind anders gemischt und ich habe zwei Leute im Trupp, die beide die Knoten eben nicht können. Und jetzt? Das lässt sich für so gut wie alle der geforderten Inhalte der Jugendflamme ähnlich konstruieren. Die Jugendflamme ist eine Art Wissenstest, die schon von sich aus eigentlich recht weit vom Feuerwehrdienst entfernt ist. Sie fordert eben nur Leistungen in bestimmten Bereichen einzeln ab, nicht wie im Einsatz, wo das Zusammenspiel zählt. Möchte ich das ganze auf Zeit in einer Gruppe prüfen, dann lande ich wieder beim Leistungsabzeichen.

    2. Wie kann die Leistungsspange die höchste Auszeichnung der deutschen Jugendfeuerwehr sein, wenn die nur eine Teilbedingung für die Jugendflamme 3 ist?

    Das Frage ich mich, nur leider fällt mir dazu keine Antwort ein. Ein möglicher Erklärungsversuch wäre die andere Zielsetzung. Während die Jugendflamme eine Ausbildungshilfe bzw. eine Art Wissenstest darstellen soll, ist die Leistungsspange ein Wettberwerb. Um das zu klären, wäre eine Anfrage an den FBL Wettbewerbe der DJF einen Versuch wert. Ich hoffe mal, dass sich aus der Diskussion heraus noch einige Fragen ergeben, die werde ich dann mal per Email weiterleiten. Das Ergebnis werde ich dann hier veröffentlichen.

    3. Welcher ehrenamtliche Kreisjugendfeuerwehrwart oder FBL hat so viel Zeit, dass er bei den einzelnen Jugendfeuerwehren die Jugendflamme 2 und / oder 3 abnehmen kann??

    Wenn er zu jeder Jugendfeuerwehr einzeln hinfährt ist er selbst Schuld. Es bietet sich geradezu an die Stufen II und III auf Kreisveranstaltungen abzunehmen. Hierzu ist es ja auch möglich mit Helfern zu arbeiten. Einen Knoten bewerten kann auch ein normaler Feuerwehrmann, der KJFW muss nichts zwangsläufig jeden Knoten und jeden Schlauchwurf in Augenschein nehmen. Ich denke, die Jugendflamme soll auch zu Veranstaltungen der Jugendfeuerwehr auf Kreisebene ermutigen.

    4. Brauchen wir in der Feuerwehr eine zusätzliche vergleichende Leistungsprüfung, während in allen anderen pädagogischen Bereichen versucht wird gerade dies abzubauen?

    Inwiefern ist denn die Jugendflamme eine vergleichende Leistungsprüfung? Den einzigen Vergleich, den ich erkennen kann ist bestanden – nicht bestanden. Es gibt keine Punkte, keine Zeitnahme, keine Platzierungen. Auf der anderen Seite hat doch die Feuerwehr an sich einen Wettbewerbscharakter. Im Einsatz muss alles effizient arbeiten. Es geht nicht darum, was fair ist, sondern was schnell ist. Im Bereich der Jugendarbeit gefällt mir das auch nicht. Das gehört mit zu den Gründen, warum ich das Leistungsabzeichen nicht mag. Ich finde auch nicht fair, dass Jfm mit Leistungsabzeichen bei der Übernahme in die aktive Abteilung direkt zum Fm befördert werden. Ich traue meinen Jungs durchaus zu die Anforderungen der Leistungsspange zu bestehen. Wir führen sie nur nicht durch. Warum sollten sie also einen Nachteil daraus haben?

    5. Sollten wir nicht die Leistungsspange stärken in dem wir abhängig vom Erwerb der LSP den Jugendlichen Türen auf dem Weg zur Qualifikation zum aktiven Dienst öffnen?

    Das wiederspricht genau dem, was ich unter Punkt 4 vertrete. Warum den Jugendlichen damit Türen öffnen? Ich kann hier in meinen Augen die Einzelleistung eines Jfm nicht bewerten. Warum soll ich bspw. dem seinen Weg in der Ausbildung verkürzen, der die Leistungsspange nur bestanden hat, weil er gerade mit seinen Truppführer Glück gehabt hat?

    Meiner Ansicht nach muss das Konzept der Jugendflamme überdacht, wenn nicht eingestampft werden!

    Man sollte wohl das ganze Konzept der Wettberwerbe und Leistungsnachweise in der Jugendfeuerwehr mal überdenknen. Ein mehrstufiges System, wie bei der Jugendflamme finde ich dabei gar nicht mal schlecht. Nur sollte dieses “neue” System eben alle alten Wettberwerbe ersetzten. Dann können wir auch gerne darüber reden den Jugendlichen mit bestimmten “Stufen” auch bestimmte Abschnitte der Grundausbildung zu ersparen bzw. Wege zu verkürzen.

    Zitat

    Hallo Geza,

    Also zum Thema über die Leistungsspange brauchen wir wohl nicht zu diskutieren das ist ja wohl allen klar das sie nur auf Teamwork basiert.
    zur Jugendflamme Stufe I es ist bei uns so (Niedersachsen) das die Jugendflamme Stufe I einfache Feuerwehrtechnische fertigkeiten überprüft wie z. B. 3 verschiedene Knoten da stelle ich es mir etwas schwierig vor diese min. zu zweit zu machen ;-)
    2 Aufgabe ist bei einen Notrufabzusetzen lässt sich mit mehreren Jugendlichen meiner meinung nach auch schwierig gestalten. Wobei in der realitiät wenn was passiert man meistens auch alleine ist ;-)

    Aufgabe 3 erfordert bei uns Teamplay denn die Aufgabe besteht darin mit minimum 4 Jugendlichen einen Einsatz in wartestellung durch zu führen d. h. die Jugendlichen bauen eine Wasserversorgung von der TS bis zum Verteiler auf so wird es bei uns gehandhabt.

    Jugendflamme Stufe II ist bei uns dann vollkommen in einer Gruppe wobei man da auch ganz klar geteilter ansicht sein kann ;-)
    Die erste Aufgabe ist es Feuerwehrtechnischegeräte aus dem Fahrzeug zu holen an der Zahl eins pro Person.

    Die zweite Aufgabe besteht darin ein Standrohr zu setzen und das mit 2 Jugendlichen

    Aufgabe 3 ist es dann in der Gruppe eine Wettbewerbsübung nach Vorschriften des Bundeswettbewerbes der DJF ohne hürden durch zu führen.

    Jugendflamme Stufe III
    1 Aufgabe wieder Feuerwehrtechnische Fragen die in der Gruppe zu lösen sind.
    2 Aufgabe einen Erste-Hilfe-Einsatz wenn man es so nennen mag ;-) wobei die ganze Gruppe eingebunden ist (Stabile Seitenlage etc.)
    3 Aufgabe eine Gruppenarbeit zum Thema Öffentlichkeitsarbeit

    Wobei ich in einem Punkt zu stimmen muss die Jugendflamme Stufe III erst absolvieren zu können nachdem man die Leistungsspange hat ist in meinen augen der größte hohn. Denn eigentlich also so sollte es in meinen Augen sein sollte es entweder anspruchsvoller werden oder man sollte die Jugendflamme III schon vor dem erwerb der Leistungsspange machen dürfen.

    Bei uns im Kreis wird es sowieso so gesehen das die Leistungsspange die größte auszeichnung der Jugendfeuerwehr ist.

    Nun gut jeder hat seine meinung und ich vertrete hiermit meine ;-)

    Mit freundlichen grüßen
    Daniel

    Zitat

    Hallo Geza,
    zum zweiten ;-)

    Also zu deinem 5.Punkt

    5. Sollten wir nicht die Leistungsspange stärken in dem wir abhängig vom Erwerb der LSP den Jugendlichen Türen auf dem Weg zur Qualifikation zum aktiven Dienst öffnen?

    Ich denke nicht das es im Sinne des Erfinder´s ist ;-)
    Weil in der Truppmann Ausbildung ganz andere Themen behandelt werden als wie in der Jugendfeuerwehr und dieses abhängig zu machen von seinen Sportlichen Leistungen ist ein bisschen gewagt. Zumal es in der Truppmannausbildung lediglich um Feuerwehrtechnische eigenschaften geht und weniger um Körperliche Fitness wobei mindestens 80% bei der LSP darauf basieren ;-)
    Und ganz davon ab die Leistungsspange stärken wenn ich das jetzt richtig interpretiere meinst du die Leistungsspange noch Anspruchsvoller zu gestalten ?
    Wenn das der Fall sein sollte fange ich greade wirklich an zu zweifel ob du dir nicht in einigen Punkten wieder sprichst denn du hast von davon gesprochen Leistungsbeweise abzubauen aber hier willst du sie nun wieder aufbauen ;-) ich denke nicht das es ein wirkliches konzept ergibt die Jugendflamme wegzulassen und alles in die Leistungsspange einzubauen dann wäre die Chance diese zu erwerben mit hoher wahrscheinlichkeit um 50% gesunken
    Von daher ist es meiner meinung nach nicht verkehrt dieses in andere Wettbewerbe zu gliedern.
    Sonst wäre es ja vergleichsweise so das eine Grundausbildung der Freiwilligen Feuerwehr auch alles umfassen müsste wie z.B Maschinisten Lehrgang, Funkerlehrgang, Atemschutzlehrgang
    Ich denke das wären einfach zu hohe anforderungen ;)

    Zitat

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