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Brand in Bochum, Wiebold TVnewsJetzt ist es auch bei uns im Kreis soweit, hier gibt es einen Brandstifter aus den Reihen der Feuerwehr. Bisher werden dem 18-Jährigen mehrere kleinere Brandstiftungen, zum Beispiel an Müllcontainern zur Last gelegt. Vermutungen er könnte auch einige Großbrände mit einem Schaden von über einer halben Million Euro verursacht haben sind bisher nichts als Spekulationen. Einige der Feuer könnte er noch als Angehöriger der Jugendfeuerwehr gelegt haben.


Derartige Fälle sind nicht „nur“ Strafrechtlich relevant, sondern auch für die betroffenen Feuerwehren von größter Bedeutung. Sprüche über Brandstifter in der Feuerwehr gibt es zwar nach meiner Erfahrung auch zu „Friedenszeiten“ ebenso häufig wie zum Beispiel über Alkohol. Wenn ein derartiger Fall eintritt, kommt man jedoch wirklich in Erklärungsnot. Grund genug, das Thema etwas genauer zu Beleuchten. Ganz einfach waren die Recherchen zu diesem Thema jedoch nicht. Von Aussagen wie „Die meisten Brandstifter sind Feuerwehrleute“ bis „Wir haben keine Brandstifter“ war alles dabei. Zunächst, um den Bezug zur JUGENDfeuerwehr herzustellen, zwei Zitate aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2005 des BKA:

„Brandstiftungen gehören zu den Straftaten mit dem höchsten Kinderanteil unter den Tatverdächtigen. Fast jeder fünfte Tatverdächtige war bei vorsätzlicher Brandstiftung unter 14 Jahre alt.“

„Bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil wurden bei der vorsätzlichen und fahrlässigen Brandstiftung männliche Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren am häufigsten als Tatverdächtige ermittelt. Bei der vorsätzlichen Brandstiftung sind die männlichen Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren und bei der fahrlässigen Brandstiftung Kinder unter 14 Jahren die zweitstärkste Gruppe.“

Brandstiftungen kann man in zwei Gruppen einteilen: Einerseits Brandstiftungen aus z.B. Rache oder finanziellen Gründen. Andererseits sind noch von Pyromanen gelegte Feuer zu nennen.

Pyromanen sind von Feuer und allem was damit zu tun hat (z.B. Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr) fasziniert, sie machen einer US-Amerikanischen Studie zufolge 39% der Brandstifter aus. Dieser Personenkreis wird natürlich quasi magisch von der Feuerwehr angezogen, da sie im Gegensatz zu anderen Freizeitbeschäftigungen die ungleich höhere Wahrscheinlichkeit bietet mit Feuer in Kontakt zu kommen. Während und nach einem Einsatz überkommt sie Entspannung, sie sehen die Schäden mit Gleichgültigkeit oder gar Wohlgefühl. Oft werden sie in den jeweiligen Feuerwehren als sehr interessiert und (über)motiviert bezeichnet.

Pyromanen sind in der Regel relativ jung die meisten werden in den ersten Lebensjahrzehnten „aktiv“, daher ist dieses Problem auch in der JF anzutreffen. Frauen sind nur sehr selten von Pyromanie betroffen, das Gros sind Männer.

Nun gibt es den latenten Verdacht, dass sich in einer Feuerwehr die Brandstifter häufen. Aus den genannten Gründen könnte das für krankhafte Pyromanen auch zutreffen. Wie bereits geschrieben machen sie jedoch nur 39% der Brandstifter aus, im Umkehrschluss ist die große Mehrheit (61%) nicht von Pyromanie betroffen, sondern legt aus anderen Gründen (Finanzielle Gründe, Racheakte, politisch motivierte Taten etc.) Feuer. Hier sind die meisten Quellen der Meinung, dass Feuerwehrleute diese Taten wesentlich seltener begehen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Laut [2] kommen lediglich 0,3 Promille der Brandstifter aus der Feuerwehr. Nach Schätzungen des LKA Brandenburg gehen 10% der vorsätzlich gelegten Brände auf das Konto von Feuerwehrleuten [3]. Diese Zahl erscheint mir jedoch viel zu hoch. Jährlich gibt es in Deutschland etwa 13 000 Fälle von Brand­stiftung [1], nach Versicherungsangaben etwa drei Mal so viele. Sollten die 10% stimmen, ginge die Anzahl der Brandstifter die in einer Feuerwehr Dienst leisten in die Tausende, was zumindest nach meiner Beobachtung NICHT stimmen kann, da der Medienhype dann wesentlich geringer wäre, weil es schlicht an der Tagesordnung wäre.

Nach Ansicht mehrerer Quellen kann man sagen, dass in den Feuerwehren WESENTLICH WENIGER Brandstifter zu finden sind als im Durchschnitt der Bevölkerung. Gegenteilige Erklärungen wie die des LKA Brandenburg werden meiner Ansicht nach NICHT der Realität entsprechen. Trotzdem sollte man auch Fälle in der eigenen Wehr nicht ausschließen und im Falle eines derartigen Verdachts unbedingt mit der Polizei kooperieren. Nach Bekanntwerden eines derartigen Falles ist eine offensive Öffentlichkeitsarbeit ratsam.

Quellen:

[1] Polizeiliche Kriminalstatistik 2005 des BKA

[2] Helmut Raab, „Ein besonderes Problem: Feuerwehrangehörige als Brandstifter“, FFZ Nr. 8 August 2005

[3] http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/specials/76422/index.html

[4] http://www.dfv.org/fachthemen/fa1/040621%20Empfehlung%20Brandstifter.pdf

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Pyromanie

Noch zwei Anmerkungen zum Schluss:

  1. Das Bild ist (vermutlich) nicht bei einem durch einen Feuerwehrangehörigen gelegten Feuer entstanden. © Wiebold TVnews GmbH
  2. Der Artikel ist mehr oder weniger spontan und ohne Vorkenntnisse entstanden und erhebt daher keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Zum Teil wird lediglich MEINE PERSÖHNLICHE Meinung wieder gegeben.

16 Antworten to “Brandstifter?”

Hi,

also ich habe zu Brandstiftern in der Feuerwehr eine ganz klare Meinung: RAUS DAMIT!!!!!

Sie sollten keine Gnade bekommen und “sofort” aus der Feuerwehr entlassen werden!!!!
Oder darf ein Arzt, der jemanden umgebracht hat, weiter als Arzt arbeiten?!? NEIN, oder?!?
Darf ein Polizist, der ein Verbrechen begangen hat, weiter als Polizist tätig sein?!? NEIN, auch nicht!

Jetzt mag der ein oder andere kommen, der meint, man müsse ja, die sozialen und familiären Umstände beachten (schlechte Kindheit, etc.), aber ich finde, dass ist mehr eine Ausrede als ein Argument.
Wenn jemand Hilfe braucht, kann er sich diese auch holen, ohne dafür die Feuerwehr und die restlichen Kameraden in den Dreck zu ziehen…schließlich wird jedem FA (SB) ein gewisses Maß an Intelligenz zugerechnet!!

Meiner Meinung nach, wäre es besser, aufgrund der sich häufenden Zahlen der Brandstifter in den eigenen Reihen, demnächst wieder nicht nur ein polizeiliches Führungszeugnis einzufordern, sondern auch einen Leumund zu fordern.

Gruss, und GUT WEHR
Christian

Zitat

Hi,

ich habs jetzt schon sehr oft gelesen und mich jedesmal gefragt was es heißt. “FA (SB)” FA bedeutet Feuerwehrangehöriger das weiß ich, nur was bedeutet “(SB)” ???

Danke schonmal,

Julian

Zitat

FA (SB) bedeutet Feuerwehrangehöriger (Sammelbegriff), damit sind also sowohl Feuerwehrmänner als auch Feuerwehrfrauen gemeint…

Zitat

zu dem Thema mal ein “lustiges” Bild

http://img167.imageshack.us/img167/7091/fwvk5.jpg

Zitat

Meiner Meinung nach, wäre es besser, aufgrund der sich häufenden Zahlen der Brandstifter in den eigenen Reihen, demnächst wieder nicht nur ein polizeiliches Führungszeugnis einzufordern, sondern auch einen Leumund zu fordern.

Verstehe ich das richtig, dass ihr ein polizeiliches Führungszeugnis braucht? Wenn ja, was verspricht man sich davon?

Tobias

Zitat

Du brauchst für viele achen ein polizeiliches führungszeugnis, bei uns jedenfalls zumindest um in die Feuerwehr aufgenommen zu werden, das hat den Sinn, dass man sich über die persönlichen Eignungen und Vorstarfen des jeweiligen Bewerbers informieren kann, denn z.B. einer der schon 5-mal wegen überhöhter geschwindikeit vorbestraft ist, ist weniger geeignet als einer der vorstafenfrei durchs leben kommt….

Zitat

Interessant. In welchem Bundesland lebst du?
Dass man anhand des Vorstrafenregisters ersehen kann, ob jemand für den Feuerwehrdienst geeignet ist halte ich allerdings für Schwachsinn. Ich bin sogar der Meinung, dass es nach einer verbüßten Strafe niemanden etwas angeht, ob man mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Sonst haben wir hier bald amerikanische Zustände…

Tobias

Zitat

mhm, bist du auch der Meinung, dass ein vorbestrafter Brandstifter was in der Feuerwehr zu suchen hat?!? Ich glaube doch eher nicht, oder?!?

Zitat

ein vorbestrafter brandstifter in die feuerwehr??

dazu sag ich nur ein klares NEIN.
selbst wenn er in behandlung war was will er dann in der feuerwehr? (wenn er vorher nicht eingetreten ist wieso nach seiner tat ?)

Zitat

ein vorbestrafter brandstifter in die feuerwehr??

dazu sag ich nur ein klares NEIN.
selbst wenn er in behandlung war was will er dann in der feuerwehr? (wenn er vorher nicht eingetreten ist wieso nach seiner tat ?)

Vielleicht will er dadurch seine Tat “wieder gut machen”, reue sozusagen….

Zitat

Es geht nicht um Reue oder ähnliches, sondern um die charakterliche Eignung eines Menschen für den Feuerwehrdienst!

Zitat

Hi,

also ich habe zu Brandstiftern in der Feuerwehr eine ganz klare Meinung: RAUS DAMIT!!!!!

Sie sollten keine Gnade bekommen und “sofort” aus der Feuerwehr entlassen werden!!!!
Oder darf ein Arzt, der jemanden umgebracht hat, weiter als Arzt arbeiten?!? NEIN, oder?!?
Darf ein Polizist, der ein Verbrechen begangen hat, weiter als Polizist tätig sein?!? NEIN, auch nicht!

Jetzt mag der ein oder andere kommen, der meint, man müsse ja, die sozialen und familiären Umstände beachten (schlechte Kindheit, etc.), aber ich finde, dass ist mehr eine Ausrede als ein Argument.
Wenn jemand Hilfe braucht, kann er sich diese auch holen, ohne dafür die Feuerwehr und die restlichen Kameraden in den Dreck zu ziehen…schließlich wird jedem FA (SB) ein gewisses Maß an Intelligenz zugerechnet!!

Meiner Meinung nach, wäre es besser, aufgrund der sich häufenden Zahlen der Brandstifter in den eigenen Reihen, demnächst wieder nicht nur ein polizeiliches Führungszeugnis einzufordern, sondern auch einen Leumund zu fordern.

Gruss, und GUT WEHR
Christian

Sehe ich ein wenig anders: Mit dem Entschuß, der Feuerwehr beizutreten versucht er doch, in irgend einer Art und Weise – nein sogar: In bestimmter Art und Weise seine Tat wieder gut zu machen.

Ich sage: Jeder sollte eine zweite Chance bekommen. Natürlich müssen diverse Umstände vorher auch geprüft werden.

So kann es natürlich nicht sein, dass ein Brandstifter, der Menschen mit seiner Tat getötet hat, frei bleibt oder der Feuerwehr beitritt. Stichwort: Schwere der Schuld.

Aber ansonsten sehe ich durchaus Chanchen für so jemanden.

Zitat

Du brauchst für viele achen ein polizeiliches führungszeugnis, bei uns jedenfalls zumindest um in die Feuerwehr aufgenommen zu werden, das hat den Sinn, dass man sich über die persönlichen Eignungen und Vorstarfen des jeweiligen Bewerbers informieren kann, denn z.B. einer der schon 5-mal wegen überhöhter geschwindikeit vorbestraft ist, ist weniger geeignet als einer der vorstafenfrei durchs leben kommt….

Wegen Vergehen im Bereich überhöter Geschwindigkeit nicht zur Feuerwehr? Warum? Abgesehen davon, dass derartige Vergehen in der Regeln nicht im polizeilichen Führungszeugnis stehen, sondern im Verkehrszentralregister – und dass wird wohl kaum beim Eintritt in die Feuerwehr abgefragt.

Der Idee mit dem Führungszeugnis bin ich dennoch nicht abgeneigt. Obwohl, bedenkt dass auch bitte, dies nicht unbedingt der Bekämpfung des Mitgliederschwundes, bzw. Mangels entgegenkommt. Eine “Hemmschwelle” mehr, sich für die Feuerwehr zu interessieren.

Und dies nicht, weil man evlt. keine ganz weiße Weste hat, sondern vielmehr, weil dies mit gewissen Aufwand im Vorfeld verbunden ist. (Bentragen des Führungszeugnisses, kosten, Zeit, etc.) Nicht gerade förderlich.

Und: Was genau will man mit einem Führungszugnis erreichen? Jemand, der wegen Raubes z.B. vorbestraft ist, wird kaum sich für die Feuerwehr interessieren.

Auch wenn ich wie gesagt nicht ganz abgeneigt von der Idee bin, ist dennoch die Sinnhaftigkeit fragwürdig. Da bleibt immer noch das “alte Motto”: Neue Kameraden beschnuppern, dann willkommen heißen und schließlich gern haben. Oder sich halt wieder trennen. So wie im Leben.

Zitat

Es geht nicht um Reue oder ähnliches, sondern um die charakterliche Eignung eines Menschen für den Feuerwehrdienst!

Uuuuiiii, Christian!
Gewagte Aussage, auch wenn sie mir irgendwo gefällt.

Dennoch: Ich weiß ja leider nicht wie Alt Du bist und daher kann ich Deine Lebenserfahrung nicht einschätzen, aber:

Ich komme viel in Feuerwehren rum und nach gut 15 Dienstjahren kann ich Dir ganz klar sagen:

Würde man Deinen Kommentar hart durchsetzen, gäbe es in Feuerwehren, bleiben am Ende nur noch 1/3 übrig. Warum?

1.) Charakter hat auch mit Willensstärke zu tun. Für mich hießt das auch z.B. zu wissen, wann man nach wie viel Alkoholgenuss nicht mehr Auto fährt und schon gar nicht beim Alarm ein Feuerwehrfahrzeug führt;

2.) Charakterstärke ist auch, junge Kameraden ran zu lassen und sich selbst einmal in den Hintergrund zu stellen. Zu oft sehe ich, dass dies z.B. schon allein bei Funkübungen nicht funktioniert. Und “frische”, junge Gruppenführer dürfen sehr lange nicht einmal bei kleinen Einsätzen eine Gruppe führen;

3.) In vielen Feuerwehren ist auch Mobbing ein Problem. Das beginnt bei der ungunst über Beförderungen und hört bei Lehrgangswünschen noch lange nicht auf. Da werden intrigen gesponnen, gemobbt und “geschossen”, was das Zeug hält.

Ich finde: Hier erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren, bevor man den Beitritt zur Feuerwehr an einer Charakterprüfung – die ja auch erst stattfinden kann, wenn man sich länger kennt – festmacht.

So denn!

Zitat

Hallo Niklas es ist natürlich schon ein gefundenes fressen der Medien das ein Brandschützer einen Brand verursacht.
Jedoch müsste man mit klarem Menschenverstand sagen können es hätte genauso gut ein “Fußballer” sein können das er nun in der Feuerwehr tätig war ist in meinen Augen eher unrelevant da diese Person schwerwiegende Psychische Probleme hat. Aber allen ernstes ich habe auch schon davon gehört Psychologische Gutachten zu erstellen wenn jemand in die Freiwillige Feuerwehr eintreten will aber ich denke das ist definitiv zu weit her geholt als Grundvorraussetzung zur mitwirkung in der Freiwilligen Feuerwehr ein Psycholigisches Gutachten anzufordern dann hätte man denn Sinn dessen irgendwie missverstanden

Mit freundlichen Grüßen

Daniel

Zitat

Es ist doch einfach Lächerlich wenn ich mir so manche Beiträge hier durch lese von wegen Polizeiliches Führungszeugnis etc. :)
In meinen Augen bewirbt sich hier niemand auf einen bezahlten Arbeitsplatz und verrichtet seinen Dienst freiwillig und hier schon zu untergliedern und zu sagen momentmal du bist zu schnell gefahren und das gleich 2 mal du darfst jetzt keinem menschen helfen einfach nur schwachsinn. Das könnte genauso gut einem Grundsoliden Feuerwehrmann passieren genauso könnte es auch sein das ein solcher die Brände legt.
In meinen Augen ist es einfach nur der größte hohn und wahrscheinlich noch nicht einmal rechtlich zu lässig
denn wir reden hier ja von einer Freiwilligen Feuerwehr und keiner Pflichtwehr es tut mir leid aber ich kann dafür in keinster weise irgendwie ein verständnis aufbringen

Daniel

Zitat

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